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WIE MAN EINEN LAPTOP-AKKU REGENERIERT – TEIL I

1. Fehleranalyse per Software – erste Diagnose

Wenn Sie Zugriff auf ein kompatibles Notebook haben, sollte die Prüfung immer im Gerät selbst beginnen. Setzen Sie den Akku ein, schließen Sie das Netzteil an und starten Sie das Betriebssystem. Anschließend empfiehlt sich ein Diagnoseprogramm wie BatteryMon, das kostenlos als Demoversion erhältlich ist.

BatteryMon liefert Lade- und Entladekurven, zeigt die aktuelle und maximale Kapazität und ermöglicht Rückschlüsse darauf, bei welchem Spannungsniveau der Akku Probleme verursacht. So lässt sich schnell feststellen, ob der Ausfall auf verschlissene Zellen, Spannungseinbrüche oder Unregelmäßigkeiten im Ladeverhalten zurückzuführen ist.

BatteryMon Entladekurve BatteryMon Akkuinformationen

Zeigt das Programm eine massiv reduzierte Kapazität (z. B. 192 mAh statt 4935 mAh), ist die Ursache eindeutig – die Zellen sind verbraucht und müssen ersetzt werden.

Danach folgt die Prüfung des Controllers. Der Akku-Controller kann gesperrt sein und verhindert dann den Betrieb, selbst wenn neue Zellen eingebaut werden. Laden Sie den Akku vollständig auf, dimmen Sie das Display, trennen Sie USB-Geräte und ziehen Sie dann das Netzteil ab. Schaltet sich das Notebook sofort ab, ist der Controller sehr wahrscheinlich blockiert. Bleibt es eingeschaltet, stecken Sie das Netzteil wieder ein und setzen die Diagnose fort.

Wichtig: Auch ein nicht blockierter Controller kann fehlerhafte interne Werte besitzen. Controller speichern Daten wie Produktionsdatum und Anzahl der Ladezyklen. Viele Modelle berechnen daraus die geschätzte Kapazität und Lebensdauer. Stimmt dieser Datensatz nicht mehr, kann die Batterie trotz neuer Zellen weiterhin fehlerhaft arbeiten oder nach wenigen Zyklen erneut ausfallen.

BQ3060 Akku-Controller
(Akku-Controller BQ3060)

Für eine genauere Analyse lohnt sich der Einsatz herstellerspezifischer Tools. Lenovo bietet beispielsweise den Energy Manager, der Zyklusanzahl, Produktionsdatum und Verschleißstatus anzeigt.

Akkudaten im Lenovo Energy Manager

Das Beispiel zeigt eine Batterie vom 27. Oktober 2007 mit 1750 Ladezyklen – ein klarer Fall für einen Controller-Reset.

1a. Fehleranalyse per Hardware – Prüfung ohne Notebook

Falls Sie den Akku nicht gefahrlos im Notebook testen können, ist eine manuelle Prüfung über die äußeren Kontakte möglich. Zwar lässt sich damit die exakte Kapazität nicht messen, doch die grundlegende Funktion und mögliche Sperren des Controllers können identifiziert werden.

Jede Laptopbatterie nutzt eine SMBus-Schnittstelle – die PIN-Leiste, die im Notebooksteckplatz steckt. Ermitteln Sie zunächst Plus- und Minuspol (meist die äußeren Pins). Mit einem Multimeter lässt sich anschließend die Ausgangsspannung messen.

Liegt die Spannung deutlich unter dem Sollwert (unter ca. 9 V für 10,8/11,1 V-Akkus oder unter ca. 13,8 V für 14,4/14,6 V-Modelle), ist der Controller wahrscheinlich aufgrund einer Tiefentladung abgeschaltet. Manche Akkus besitzen zusätzlich einen ID-Pin, der über einen 100-Ohm-Widerstand mit Masse verbunden werden muss, um die Batterie zu aktivieren – die Position dieses Pins ermittelt man nur durch Tests.

Zeigt der Akku weiterhin keine Spannung, sind folgende Ursachen möglich:
– permanent blockierter Controller,
– durchgebrannte interne Sicherung,
– selten: Spannung wird erst nach Einsetzen in das Notebook freigegeben.

Mehr Informationen:

Service zur Regeneration von Laptop-Akkus

Weiter geht’s in Teil II:

Laptop-Akku regenerieren – Teil II

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