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WIE MAN EINEN LAPTOP-AKKU REGENERIERT – TEIL II

Nachdem die Ursache für den Defekt festgestellt wurde, stellt sich die Frage, ob der Akkupack neue Zellen benötigt. In modernen Laptop-Akkus werden hauptsächlich Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Zellen verwendet. Da rund 90 % aller Akkupacks auf Li-Ion-Rundzellen basieren, konzentriert sich dieser Teil des Leitfadens auf 18650-Zellen (18 mm Durchmesser, 65 mm Höhe), erhältlich mit 3,6 V oder 3,7 V Nennspannung. Wichtig: Alle Zellen in einem Pack müssen dieselbe Nennspannung besitzen. Ihre maximale Ladespannung liegt bei 4,2 V pro Zelle.

Alte Zellen vom Akkupack trennen

Das Abtrennen der alten Zellengruppe ist genauso entscheidend wie das Anschließen neuer Zellen. Eine falsche Reihenfolge kann dazu führen, dass der Akkukontroller sich sperrt oder dauerhaft beschädigt wird. Der komplette Zellblock muss als Einheit entfernt werden – nicht vorher in einzelne Zellen auftrennen, da dies die Spannung zusammenbrechen lässt und den Controller in den Schutzmodus versetzen kann.

Die richtige Reihenfolge beim Abklemmen lautet: zuerst der Haupt-Pluspol (rotes Kabel), dann die beiden Messleitungen (blau und weiß/gelb) und zuletzt der Minuspol (schwarzes Kabel). Am sichersten ist es, die Leitungen direkt an den Verbindungsstellen zu durchtrennen. Das Ablöten ist zwar möglich, birgt jedoch höhere Risiken wie Spannungsspitzen oder Kurzschlüsse. Häufig befindet sich zwischen den Kabeln auch ein Temperatursensor, der an die Zellen geklebt ist. Er kann in jedem Schritt gefahrlos entfernt werden.

getrennter Li-Ion-Zellpack

Anschließen neuer Zellen

Laptop-Akkus bestehen aus mehreren Zellgruppen, die zunächst parallel geschaltet und anschließend in Serie verbunden werden. Ein typisches Beispiel ist ein 10,8 V / 4400 mAh Akku: drei Zellgruppen in Serie, jede Gruppe bestehend aus zwei parallel geschalteten 2200 mAh Zellen.

Li-Ion-Zellen müssen mit Nickelfahnen punktgeschweißt werden. Löten ist nicht zulässig, da die Hitze die Zellen beschädigen oder sogar zum Bersten bringen kann. Vor dem Verbinden müssen die Zellen folgendermaßen geprüft werden:
– fast identische Spannung (Differenz max. 50 mV),
– ähnliche Innenwiderstände, damit keine Gruppe schneller lädt als die andere.

Sobald alle Zellen übereinstimmen, wird der neue Pack identisch zum ursprünglichen aufgebaut. Beim Anschließen an die Elektronik gilt die umgekehrte Reihenfolge wie beim Entfernen:
1. Minuspol (schwarz),
2. erste Messleitung (weiß/gelb),
3. zweite Messleitung (blau),
4. Haupt-Pluspol (rot). Vergiss nicht, den Temperatursensor wieder anzubringen.

Initialisierung des Akkus

Nach dem Anschluss wird der Akku in den Laptop eingesetzt und das Netzteil angeschlossen. Die Ladeanzeige kann anfangs einen Fehler melden, sollte jedoch nach kurzer Zeit in den normalen Ladezustand wechseln. Trenne das Netzteil kurz und schließe es erneut an, um sicherzugehen, dass der Ladevorgang stabil ist. Während des ersten Ladevorgangs muss der Akku beobachtet werden – Temperatur, Spannung und Ladeverhalten dürfen nicht unbeaufsichtigt bleiben.

Kalibrierung des Akkus

Sobald der Akku erkannt wird und sich korrekt auflädt, folgt der wichtigste Schritt: die Kalibrierung. Die Elektronik “lernt” dabei die tatsächliche Kapazität der neuen Zellen, sodass Ladezustand und Restlaufzeit später korrekt angezeigt werden.

Kalibrierungsschritte:
1. Akku in den ausgeschalteten Laptop einsetzen.
2. Netzteil trennen und das System starten.
3. Arbeiten, bis die Warnmeldung für niedrigen Akkustand erscheint.
4. Neustart ins BIOS und vollständig entladen lassen (keine Änderungen im BIOS vornehmen!).
5. Akku entfernen und 2–3 Stunden ruhen lassen.
6. Akku einsetzen, Netzteil anschließen und Gerät starten.
7. Auf 100 % aufladen und noch etwa eine Stunde angeschlossen lassen.
8. Der Akku ist nun einsatzbereit.

Weitere Informationen:

Service zur Regeneration von Laptop-Akkus

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